Als ich vor knapp einer Woche von Judith Peters hörte welches Blogartikelthema wir in der Challenge verwenden werden, hatte ich nicht gedacht auf welche Reise in die Vergangenheit ich mich begeben würde.

So wie vermutlich bei fast jedem von uns gibt es positive Erlebnisse und auch intensive Erfahrungen, berührende und besondere Momente.

So jetzt genug Einleitung ich lege los.

  1. Begonnen hat bei mir alles am 27. Februar 1974 als ich in Wien geboren wurde. Da blickte ich erstmals in das freudige, lächelnde Gesicht meiner Eltern.
  2. Als ich 4 Jahre alt war, kam dann mein Bruder Manfred 1978 zur Welt. Schon sehr toll und aufregend eine große Schwester zu sein 😉.
verliebte Schwester
So stolz war ich eine große Schwester zu sein
  1. 80 er Jahre: So wie ich die letzten Jahre immer bewusster wahrgenommen habe, dass es immer Schwarz und Weiß, Licht und Schatten, Angst versus Vertrauen und Liebe gibt, so unterschiedlich sind mein Bruder und ich auch gewesen. Ich war brav, artig und angepasst und mein Bruder der Rebell, der Mutige der sich so vieles getraut hat was mir schwerfiel. Damit meine ich auch so Dinge wie zum Beispiel auf einen Baum klettern, die Haare färben (blau 😉) usw.

    Es hat uns vieles vereint, die Liebe zueinander, das Fürsorgliche, unsere Sensibilität, unser Interesse an Persönlichkeitsentwicklung, Selbsterfahrung, unsere Neugierde Neues auszuprobieren, eine Menge an Ausbildungen und verschiedene Berufe von Klassisch sicher bis Kreativ.
  2. Was mich lange Zeit beschäftigte und schlussendlich auch zeitig dazu gebracht hat mich mit meinem Selbst zu beschäftigen, war mein Händezittern. Ich weiß nicht ob ihr schon mal davon gehört habt oder jemanden kennt, es nennt sich „Essentieller Tremor“. Begonnen hat es zirka in der Zeit so um 1984-1988, die Zeit der Unterstufe. In bestimmten Situationen, z.B. wenn ich an der Tafel stand oder eine Schularbeit schrieb, reagierte ich mit sichtbarem, starkem Zittern.
  3. An eine sehr positive Situation dazu kann ich mich erinnern: 1988, in der 9. Schulstufe wurde ich von meiner Steno-Lehrerin so oft an die Tafel geholt, bis meine Unruhe, mein Druck so gering war, dass ich viel lockerer dort an der Tafel stand und schrieb. Ich bin ihr jetzt noch dankbar dafür, dass sie mir die Zeit und den wertschätzenden Raum gegeben hat, mich dem Thema damals stellen zu können.
  4. 1989– begann ich dann die Ausbildung zur Bürokauffrau. Ich hatte zu dem Zeitpunkt hin- und herüberlegt zwischen Kindergärtnerin und Bürokauffrau. In Erinnerung ist mir geblieben, dass ich damals mit Gitarre spielen begonnen hatte und ich nicht wirklich Freude daran hatte. Ein anderes Musikinstrument interessierte mich aber auch nicht wirklich. Sportlich war ich auch nicht besonders und von meinen Gesangskünsten waren die Lehrer auch nicht wirklich überzeugt. 😉 Wobei ich es heute sehr liebe in einer angenehmen, netten Runde gemeinsam Mantren und Ähnliches zu singen. Dafür gibt es ja mittlerweile einige Anbieter die „Jeder kann singen“ anbieten.
Marion Jugendlich
Ich mit ungefähr 17 Jahren

  1. Anfang der 90 er Jahre habe ich meine erste große Liebe kennengelernt, wir hatten unsere erste gemeinsame Wohnung, viele glückliche Tage und natürlich auch Momente wo es nicht so stimmig war. In der Zwischenzeit hatte ich mich beruflich verändert, meinen Beruf bei der Stadt Wien aufgegeben und in der Privatwirtschaft begonnen im Personalwesen zu arbeiten. Nach vielen Jahren der Gemeinsamkeit gingen wir getrennte Wege. Gelernt habe ich daraus, wie wichtig es ist offen und wertschätzend miteinander zu reden und seine und die eigenen Bedürfnisse zu respektieren. Im selben Jahr ist auch mein Papa verstorben. Das war eine intensive und äußerst herausfordernde Zeit für mich.
  1. 2006, beim Training für den Motorradführerschein, bin ich erst draufgekommen, dass dieser Tremor sich auch auf die Motorik, und auch auf das Gleichgewicht auswirken kann. Mein Freund den ich kennen- und lieben gelernt hatte brachte mich auf die Idee ein Atemseminar zu besuchen. Es war ein ganz besonderes Highlight für mich. So intensiv in Kontakt mit mir, meinem Körper zu sein. Viele aufgestaute Gefühle kamen dabei hoch, die ich mit Hilfe des Atems fühlen und loslassen konnte. Da gab es plötzlich den Moment wo meine Hände, mein Körper sich entspannen konnten und zur Ruhe kamen.

    Daraufhin bin ich so neugierig geworden mehr zu erfahren, sodass ich 2007 die Ausbildung zur Atem-Trainerin startete. Es wurde daraus ein Atemselbsterfahrungs-Jahr, denn unvorhergesehen, trotz Spirale, wurde ich schwanger. Die Freude war trotz der Spontanität sehr groß für uns.
  2. Als ich 2008 dann unser wunderbares Söhnchen Benjamin in den Händen hielt, war ich glaube ich, das erste Mal in meinem Leben so richtig baff. Als er da in meinem Arm lag, dachte ich mir, es gibt kein größeres Wunder als dieses.
  3. 2008 – 2015 Ich war so neugierig auf all die Informationen die es so für Eltern gibt, dass ich einige Seminare besuchte und auch Ausbildungen machte zur Tagesmutter, Kindergruppenbetreuerin und Montessori-Kleinkindpädagogin und Workshops zur Pikler-Pädagogik.
    Ein Zitat das mich dazu angesprochen hatte
    EINE WARMHERZIGE BEZIEHUNG VON SEITEN DER ERWACHSENEN GEPRÄGT VON TIEFEM INTERESSE, VERTRAUEN UND AKZEPTANZ, DIE MÖGLICHKEIT DES KINDES ZU FREIER UND SELBSTSTÄNDIGER BEWEGUNG, EIN GEFÜHL FÜR DIE EIGENE WIRKSAMKEIT, EIN STÄNDIGES BEMÜHEN VON SEITEN DES ERWACHSENEN, DAS KIND ALS AKTIVEN PARTNER TEILHABEN ZU LASSEN AN ALLEM, WAS MIT IHM GESCHIEHT UND BEI ALLEM, WAS ES BETRIFFT, SOWIE IHM ZU ERMÖGLICHEN, SEINEN PLATZ IN DER ES UMGEBENDEN WELT ZU FINDEN
    begleitet mich immer noch.
    Benjamin ist nicht nur ein wunderbares Geschenk, durch ihn habe ich mich und wir uns erst erst richtig wahrgenommen und kennengelernt.
  4. Es war für mich dann so interessant, dass ich eine Zeit lang zwischendurch in einer Kindergruppe gearbeitet habe, diese hatte ich mit einer Freundin gemeinsam vorbereitet, eingerichtet, konzeptioniert und 1 Jahr lang haben wir dann gemeinsam Kleinkinder begleitet. Es war eine berührende, besondere Zeit für uns Alle.
  5. 2008 – heute 😉 Die Zeit mit Benjamin genieße ich sehr, wir drei sind als Familie zusammengewachsen. Durch Benjamin habe ich meine Ängste hinterfragt, meine Unsicherheit vor Unebenheiten, auf Bäume klettern … bearbeitet, so dass ich schlussendlich 2014 beschloss mich noch mehr dem Thema zu widmen und begann die Ausbildung zur Körperbewusstseinstrainerin zu machen.
Abschlussseminar
noch ein bisschen mulmig aber sicher am Weg
  1. 2014-2018 War die Zeit der intensiven Beschäftigung mit meinem Körper, Training zur Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, Sinneserfahrung uvm.  Es ging in der Ausbildung ua. auch  darum zu erkennen, dass wir uns von den „negativen Gefühlen“ abtrennen, sie nicht fühlen wollen, fast ständig am Bewerten sind. Wir oftmals Personen in unserem Umfeld für unser Glück verantwortlich machen, wir doch unsere eigene Schöpferkraft haben und unser Glück selbst in die Hand nehmen können. Wie wir uns mit allem was uns ausmacht beobachten können, ohne es gerade verändern zu wollen, …. – dazu ein anderes Mal mehr.
  2. Als mein Bruder Manfred dann 2019 plötzlich verstorben ist, war es ein ziemlicher Schock für uns alle. An dem Punkt stand ich da und überlegte mir, möchte ich in meinem klassischen Beruf weitermachen als Personalverrechnerin oder meinem alten Beruf den Rücken zuzukehren und dass zu arbeiten wo mir bis jetzt der Mut dazu gefehlt hatte.
    Diese Zeit war sehr bewegend, ich habe wahrgenommen, gefühlt, gespürt, mich noch besser kennengelernt und mich schließlich entschieden, dass ich den neuen Weg gehen werde und Frauen begleiten möchte. Sie bestärken in ihrer Selbstfürsorge, Selbstliebe und der Kraft des Atems und der Körpererfahrung.
  3. Inspiriert hat mich die Focusing-Methode. Dazu habe ich dann 2021 die Focusing Ausbildung gemacht um besonders 1:1 für Frauen da sein zu können. Hier durfte ich erfahren wie heilsam es ist, in einem wertschätzenden Rahmen, wertfrei begleitet zu werden. Dem was gerade in mir auftaucht Stimme zu geben, dabei zu bleiben und in diesem Augenblick wahrnehmen, spüren, beobachten und aussprechend was mich bewegt, schmerzt, erfreut, belastet und sich zeigen möchte. Besonders als introvertierter Mensch eine ideale Möglichkeit Situationen, Momente die man sonst mit sich selbst ausmacht zu teilen und mit einem wertfreien, emphatischen Gegenüber zu teilen. Für extrovertierte Menschen ein Moment zum Innehalten und Lauschen was sich da gerade in einem bewegt, welche Gefühle, Körperempfindungen, Gedanken und Bilder sind da, was taucht auf und möchte Aufmerksamkeit. Ein wunderbarer Moment um neben den Gedanken auch den Gefühlen, Körperempfindungen und allem was auftaucht Raum, Zeit und Wertschätzung zu geben.
  4. Und mein Wunsch mit Klangschalen zu arbeiten, die angenehme wohltuende Wirkung weiterzugeben war ein weiterer Schritt bei der Klangpraktikerausbildung.
  5. 2022 – Durch die Selbsterfahrung habe ich die Akupressur kennen und schätzen gelernt und bin so zu EFT 2.0 gestoßen. Eine Methode die hilft Gefühle wahrzunehmen, anzunehmen und auch wieder loszulassen. Ich habe begonnen nach Außen zu gehen und mein Wissen, meine Erfahrungen weiterzugeben und Frauen zu begleiten.
  6. Heute ist das Zittern wie ein Barometer für mich, wenn mich viel bewegt, im Außen zu viel auf mich einwirkt oder ich dafür gesorgt habe, dass ich meine persönliche Grenze übersteige, dann zeigt sich wieder meine Spannung durch Zittern. Mit Hilfe der Atmung, neurogenem Zittern u.a. habe ich Möglichkeiten gefunden immer wieder diese Spannungssituationen zu mindern. Und Baumstämme, Bodenunebenheiten sind für mich Orte die Spaß machen.
  7. Heute bin ich froh und zufrieden die Erfahrungen gemacht zu haben, die mich Step by Step meinem Körper, meinen Gefühlen und dem was mir wichtig ist, mich ausmacht, mir nah zu sein und mit meiner Familie liebevoll zu sein.

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